Krankengymnastik nach Bobath (1,2)
Nach dem Bobath - Konzept werden Kinder behandelt, die aufgrund einer frühen Hirnschädigung bewegungsgestört sind (Spastiker, Athetotiker u. a.), aber auch gesunde Kinder, die in Ihrer Entwicklung lediglich Verzögerungen zeigen.
Während der Behandlung lernt das Kind unter den Händen des Therapeuten normale Bewegungsabläufe am eigenen Leib kennen. Die durch die Schädigung vorhandenen abnormen Haltungs- und Bewegungsmuster müssen gehemmt werden, damit willkürliche, koordinierte Bewegungen ausgeführt werden können.
Die Schulung der Kopf - und Rumpfkontrolle, Gleichgewichtsreaktionen, Gleichgewichtsübertragungen von einer auf die andere Körperseite, stehen im Vordergrund der Behandlung. Als Leitfaden dienen die normalen Entwicklungsstufen des Säuglings und Kleinkindes. Ein wichtiger Aspekt ist die Anleitung der Eltern auch"Handling" genannt.
Die Haltung und Lagerung des Kindes und die Beschäftigung mit dem Kind werden so gestaltet, dass pathologische Bewegungsmuster gehemmt werden zugunsten einer normalen Bewegungsbahnung. Optische, akustische und taktile Stimulation (z.B. Tapping, Druck und Zug) werden in die Behandlung mit einbezogen (sensomotorisches Integration). Der Behandlungsbeginn wird möglichst frühzeitig angestrebt, um die Hirnfunktion während der Reifung in den ersten Lebensmonaten günstig zu beeinflussen.
Es ist eine sanfte Therapie, bei der man mit dem Kind arbeitet. Dem Kind werden Unterstützungsflächen und Einsatz der Muskelketten bewusst gemacht. Diese Prinzip beinhaltet auch sehr viel Körperwahrnehmung und somit sensorische Integration.
Die Behandlung nach Bobath wird auch modifiziert in der Erwachsenen-Therapie angewandt, bei allen Bewegungsstörungen, die durch Hirnschädigungen oder Verletzung von anderen neuralen Strukturen hervorgerufen werden (z. B. Halbseitenlähmungen, Hirntumoren, Hirnverletzungen, Traumen etc.)